Es gibt Momente, da denke ich: Ich plane gar keine Küchen.
Ich plane Leben – zufällig mit Schränken, Geräten und Arbeitsplatten.
Nach gut hundert Küchenprojekten habe ich verstanden:
Eine Küche erzählt mehr über einen Menschen als sein Lebenslauf, sein Auto oder sein Instagram-Profil.
Und genau das macht Küchenplanung so spannend.
👉 Wenn du einen Blick hinter unseren Planungsalltag werfen willst:
Schau dir auch unsere Küchenwahrheiten an – zum Beispiel „Planung ist keine Software, sondern Zuhören“ oder „Wer plant, braucht Mut“.
Küchen zeigen mehr als jeder Lebenslauf
Kühlschrank, Zettelwand & Chaos-Ecke
Wenn ich zu einem Ersttermin komme, schaue ich mir natürlich den Raum an – aber ehrlich gesagt schaue ich immer zuerst auf:
- den Kühlschrank (innen & außen),
- die Zettelwand,
- die berühmte „Chaos-Ecke“.
Auf dem Kühlschrank:
Urlaubsfotos, Kita-Zettel, Magnet von der letzten Pizzeria, Einladung zum Elternabend.
Im Kühlschrank:
Oben die Soßen, irgendwo dazwischen der vergessene Joghurt, unten Gemüse oder eher „Snack-Regal“?
An der Zettelwand hängt oft mehr Leben als Ordnung:
Arzttermine, Essensplan „wenn alle zu Hause sind“, der Zettel mit „Bitte Spülmaschine ausräumen!!!“.
Und dann gibt es diese eine Ecke, die niemand so richtig geplant hat – aber die alles auffängt: Post, Pfandflaschen, Ladekabel, Einkaufstasche, die „da nur kurz“ liegt – seit drei Monaten.
In diesen drei Elementen steckt schon fast die ganze Geschichte:
Wie viele Menschen leben hier? Wer kümmert sich um was? Wie viel Zeit ist da? Wie viel Kopf ist frei?
👉 Du liebst solche Beobachtungen?
In unserer Reihe „Zwischen Herd und Hirn“ erzählen wir genau solche Geschichten – zum Beispiel in „Die Magie der Küche: Warum die besten Partys immer dort enden“.
Ordnungstyp vs. „Lass mal liegen“-Typ
Es gibt Küchen, in denen alles militärisch ausgerichtet wirkt:
Gläser in Reih und Glied, Vorräte in klaren Boxen, etikettiert.
Dieser Mensch möchte Kontrolle – und erwartet das auch von seiner Küche.
Und es gibt Küchen, in denen das Leben tobt:
Offene Packungen, Kinderbecher, Töpfe, die „noch kurz“ stehen bleiben, weil sowieso gleich wieder gekocht wird.
Das Spannende:
Beide Typen sind völlig okay – solange die Küche zu ihnen passt.
Problematisch wird es erst, wenn ein „Lass mal liegen“-Typ sich eine Perfektionisten-Küche wünscht – oder umgekehrt.
Dann planen wir nicht nur Möbel, sondern Erwartungen, die mit dem Alltag kollidieren.
✅ Lesetipp dazu:
„Küchenwahrheit #14 – Ordnung ist kein Designprinzip“ – warum Schönheit nicht dort entsteht, wo nichts herumsteht, sondern wo du dich wohlfühlst.
Die typischen Küchen-Charaktere
Natürlich ist jeder Mensch individuell – aber ein paar Typen begegnen mir immer wieder.
Der Perfektionist mit Farbmustern
Er (oder sie) kommt mit:
- Moodboard,
- Farbmuster,
- Pinterest-Ordner,
- einer sehr klaren Vorstellung, „wie es aussehen muss“.
Dieser Mensch weiß genau, welche Fuge wie breit sein soll – aber oft nicht, wo später der Toaster steht.
Die Herausforderung:
Den Perfektionismus ernst nehmen, ohne ihn die Küche kaputt planen zu lassen.
Denn: Kein Raum der Welt ist so perfekt wie ein Rendering. Und ein Kratzer wird kommen. Immer.
👉 Wenn du eher Team Perfektion bist:
Unser Artikel „Budgetküche vs. High-End – was wirklich zählt“ hilft dir, die richtigen Prioritäten zu setzen – bei Fronten, Geräten und Details.
Die Pragmatiker mit wenig Zeit
„Ich habe wenig Zeit, ich will einfach, dass es funktioniert.“
Das sind oft:
- berufstätige Singles,
- Alleinerziehende,
- Menschen mit Schichtdienst,
- Frauen, die Küche plus Familienlogistik gleichzeitig stemmen. 💪💪💪
Sie brauchen keine Showküche, sondern:
- kurze Wege,
- funktionierende Geräte,
- Stauraum ohne Drama,
- möglichst wenig „Dinge, um die man sich kümmern muss“.
Hier ist Küchenplanung fast wie Prozessoptimierung:
Was liegt wo? Wer macht was? Wie lässt sich Chaos auf ein erträgliches Maß reduzieren?
✅ Mehr dazu in „Küche kann mehr als kochen. Und Toast ruinieren.“ – eine Liebeserklärung an Küchen, die einfach machen, statt nur zu glänzen.
Die Genießer-Familie mit ständigem Besuch

Diese Küchen erkennt man sofort:
- großer Tisch oder Insel,
- irgendwo immer jemand,
- die Spülmaschine läuft gefühlt dauerhaft.
Hier ist die Küche Herzstück, Treffpunkt, Krisenstab und Partyzone in einem.
Wichtig ist:
- Platz zum Zusammensitzen,
- Bereiche, in denen man sich nicht ständig im Weg steht,
- robuste Materialien, die auch Kinder, Freunde und spontanen Besuch aushalten.
Diese Küchen leben – und genau so müssen sie auch geplant werden.
👉 Wenn du gerade so eine Familienküche planst:
Schau in unsere Kategorie „Küchen zum Verlieben“ – dort zeigen wir echte Projekte, z. B. mit Keramikarbeitsplatte, Familieninsel & viel Stauraum.
Wie Emotionen in die Planung hineinfunken
„Ich will es diesmal richtig machen“
Der Satz kommt erstaunlich oft.
Manchmal steckt dahinter:
- eine alte, geerbte Küche, die nie wirklich gepasst hat,
- ein Schnellkauf, den man seit Jahren bereut,
- eine Trennung oder ein Neustart.
Küchen sind selten nur Möbel.
Sie sind auch: Entscheidungen, Lebensphasen, Versprechen an sich selbst.
„Diesmal will ich genügend Stauraum.“
„Diesmal will ich einen ordentlichen Backofen.“
„Diesmal will ich Licht, das nicht nervt.“
Wenn ich diese Sätze höre, weiß ich: Wir planen nicht nur Schränke – wir korrigieren auch alte Kompromisse.
✅ Wenn du gerade an diesem Punkt stehst:
In „Küchenwahrheit #15 – Wer plant, braucht Mut“ geht es genau darum, warum die schönste Küche nicht perfekt – sondern entschieden ist.
Alte Küchenerinnerungen und neue Ansprüche
Viele Menschen tragen „Küchenerinnerungen“ mit sich herum:
- die enge Küche aus der Kindheit,
- das Klappern der Töpfe bei Oma,
- die erste gemeinsame Wohnung mit Zweiplattenherd.
Diese Erinnerungen beeinflussen Entscheidungen, manchmal unbewusst.
Da gibt es den Menschen, der unbedingt wieder eine Eckbank will – weil das früher „immer so gemütlich“ war.
Oder die Person, die auf keinen Fall mehr eine dunkle Küche möchte, weil es sich früher „wie Keller“ angefühlt hat.
Gleichzeitig hat der Alltag heute andere Anforderungen:
- Homeoffice,
- Kinder, die am Küchentisch Hausaufgaben machen,
- zwei Menschen, die parallel kochen,
- mehr Technik, mehr Geräte, mehr „schnell mal zwischendurch“.
Gute Planung heißt:
Die schönen Erinnerungen mitnehmen – ohne sie eins zu eins zu kopieren.
👉 Genau diese Mischung aus Alltag & Gefühl erzählen wir in unseren „Küchenwahrheiten“ und in der Kolumnenreihe „Zwischen Herd und Hirn“ – perfekt zum Weiterklicken, wenn du gerade im Ideenmodus bist.
Was gute Küchenplanung mit Zuhören zu tun hat
Die richtigen Fragen statt schöner Sprüche
„Diese Küche ist ein Lebensgefühl.“
Schöner Satz. Hilft im Alltag aber nicht beim Kochen.
Wichtiger sind Fragen wie:
- Wer kocht hier wie oft?
- Essen alle gemeinsam – oder meist versetzt?
- Gibt es Kinder, Haustiere, Schichtarbeit?
- Wie oft wird gebacken, wie oft nur aufgewärmt?
- Braucht ihr mehr Arbeitsfläche oder mehr Stauraum?
Ich habe gelernt:
Je besser ich frage, desto weniger müssen Kunden „verkauft werden“.
Meist ergibt sich die Lösung fast von allein, wenn man ihren Alltag versteht.
✅ Lesetipp:
„Küchenwahrheit #7 – Planung ist keine Software, sondern Zuhören“ – warum dein Alltag wichtiger ist als jede Konfigurationssoftware.
Alltag, Wege, Routinen verstehen
Eine Küche ist im Grunde ein Bewegungsmuster:
- vom Kühlschrank zur Arbeitsfläche,
- von der Spüle zur Spülmaschine,
- vom Kochfeld zum Tisch.
Menschen haben feste Gewohnheiten:
- Der Kaffee ist immer zuerst dran.
- Jemand stellt immer alles „einfach schnell ab“.
- Spülmaschine ausräumen und einräumen passiert oft gleichzeitig mit Kochen.
Wenn ich planend so tue, als würde hier nur eine Person allein, ruhig und immer perfekt organisiert kochen –dann entsteht zwar eine schöne, aber total unrealistische Küche.
Wenn ich dagegen die echten Wege und Gewohnheiten ernst nehme, passiert etwas Spannendes:
Die Küche „fühlt sich richtig“ an, lange bevor sie steht.
👉 Wenn du wissen willst, wie wir das praktisch machen:
In unserem Artikel „Küchenplanung anders gedacht – ohne Showroom, mit Vor-Ort-Beratung“ erklären wir Schritt für Schritt, wie ein Projekt mit LS Küchen abläuft.
Was Kunden von uns lernen – und wir von ihnen
Wenn Pläne sich ändern, weil das Leben dazwischenkommt
Nicht jede Planungsrunde endet so, wie sie begonnen hat.
Manchmal ändert sich:
- das Budget,
- der Zeitplan,
- die Lebenssituation.
Dann heißt es: ehrlich bleiben.
Ich habe Kunden erlebt, die mutig gesagt haben:
„Wir reduzieren lieber jetzt, bevor wir später Bauchschmerzen haben.“
Und ich habe gelernt:
Eine gute Küchenplanung ist flexibel genug, um mit dem Leben mitzugehen –
statt den Plan mit Gewalt durchzudrücken.
✅ Dazu passt auch unser Vergleich „Budgetküche vs. High-End – was wirklich zählt“ – denn am Ende entscheidet nicht der Preis über Zufriedenheit, sondern die Passung.
Warum am Ende oft die einfachen Lösungen gewinnen
Je mehr Küchen ich plane, desto öfter lande ich bei einem einfachen Fazit:
- gut erreichbare Schubladen,
- genügend Arbeitsfläche,
- vernünftiges Licht,
- Geräte, die wirklich genutzt werden,
- Klarheit statt 100 Speziallösungen.
Die spektakulären Ideen sind hübsch.
Die einfachen Dinge sorgen dafür, dass eine Küche jeden Tag funktioniert.
Und oft sind es genau diese einfachen Lösungen, die Kunden Jahre später nennen, wenn ich sie wiedersehe:
- „Die höhere Arbeitsfläche war Gold wert.“
- „Die großen Auszüge unten – beste Entscheidung.“
- „Dass die Spülmaschine erhöht ist, rettet mir jeden Tag den Rücken.“
👉 Inspiration dazu findest du z. B. in „Keramikarbeitsplatte – filigran im Look, stark im Alltag“ oder in unseren Planungsbeispielen in „Küchen zum Verlieben“.
Fazit: Eine gute Küche entsteht nie nur auf dem Papier
Nach mehr als 100 Küchenplanungen würde ich sagen:
- Ich plane nicht nur Räume, ich plane für Menschen.
- Die beste Küche ist die, die zum Leben passt – nicht zum Prospekt.
- Zuhören ist wichtiger als die perfekte 3D-Ansicht.
- Und: Kleine ehrliche Lösungen schlagen große Versprechen.
Wenn du gerade beim Lesen gemerkt hast:
„Ja, genau so sieht es bei mir auch aus“ – mit Chaos-Ecke, Zettelwand oder zu wenig Stauraum – dann ist das kein Makel, sondern der perfekte Ausgangspunkt.
Deine nächsten Schritte mit LS Küchen
1. Weiterlesen & Ideen sammeln
- Stöbere durch unsere Reihe "Küchenwahrheiten"
- Lies eine Kolumne aus „Zwischen Herd und Hirn“
- Schau dir unsere Projekte in „Küchen zum Verlieben“ an
So merkst du schnell, welche Richtung sich für dich richtig anfühlt.
2. Alltag auf den Tisch legen (gern auch wortwörtlich)
Schick uns:
- deinen Grundriss (Foto oder PDF reicht fürs Erste),
- 3–5 Fotos deiner aktuellen Küche,
- zwei, drei Sätze zu eurem Alltag (Wer kocht? Wie oft? Offene Küche? Kinder? Homeoffice?).
👉 Über das Kontaktformular auf unserer Website oder direkt per Mail – du weißt ja, wohin.
3. Gemeinsam deinen Weg zur neuen Küche planen
Im nächsten Schritt schauen wir gemeinsam drauf:
- Wo hakt es heute?
- Was ist dir wirklich wichtig?
- Welche Lösungen passen zu Raum, Budget und Lebensphase?
Daraus machen wir keinen Showroom-Vortrag, sondern eine ehrliche Planung – die zu deinem Leben passt, nicht zu unseren Ausstellungsflächen.
Ein Anruf. Klare Antworten.
Wir wissen, dass Küchenplanung Überwindung kosten kann.
Aber keine Sorge – bei uns gibt es keine Verkaufstricks, keine Rabatt-Bühne, nur:
- ehrliche Beratung,
- faire, nachvollziehbare Angebote,
- und Küchen, die für Menschen gedacht sind – nicht fürs Prospektfoto.
Wenn du bereit bist, dass deine Küche deine Geschichte erzählt:
Meld dich. Der Rest entsteht zwischen Herd und Hirn.
📍 LS Küchen Wohnen & Service – Idar-Oberstein | Rheinland-Pfalz | Luxemburg
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